Thema: Mehrfamilienhaus

Hadlaubsteig, Doppeleinfamilienhaus, Zürich 2005-2007

An privilegierter Hanglage am Fuss des Züricher Villenquartieres entstand dieses Haus für zwei Bauherrschaften.
Beide Parteien wünschten die exakt gleichen Wohn- und Gartenflächen und sollten möglichst gleichwertig an der schönen Sicht über die Stadt teilhaben.
Damit endeten die Gemeinsamkeiten und mit jeder Bauherrschaft wurde eine individuelle Architektursprache entwickelt, sowohl hinsichtlich der internen Raumbeziehungen, als auch der Materialisierungen. Im einen Fall ein offenes, fliessendes Raumkontinuum, im anderen Fall eine eher klassische Aneinanderreihung von Räumen.
Um beiden Wohnungen die gleichen Qualitäten zu verleihen, erstreckt sich jeder Hausteil vom Garten, über alle vier Geschosse, bis hinauf zur Dachterrasse. Gleichzeitig strebten wir einen ruhigen äusseren Auftritt des Hauses an. Die zwei komplett unterschiedlichen Wohnungen sollten deshalb von aussen nicht ablesbar sein.
Aus all diesen Vorgaben ergab sich dann ein äusserst komplexer Grundriss, in dem sich die beiden Wohnungen in einer Dregbewegung um die Mitte des Hauses, von Geschoss zu Geschoss, ineinander verzahnen.
Um dem Haus optisch etwas von seiner beachtlichen Grösse zu nehmen, wurde jede der vier Hausfassaden durch einen leichten Knick in zwei Flächen unterteilt. So verändert sich das Aussehen des Hauses mit der Tageszeit und dem Sonnenstand ständig.
Die metallene, dunkle Einkleidung von Fassaden und Dach unterstreicht die Kompaktheit des Volumens und ihre elegante Wirkung nimmt Bezug auf die gehobenen Wohngegend im Umfeld des Hauses.

Gartengestaltung: Ganz Landschaftsarchitekten BSLA, Zürich
Bauingenieur: Büro Thomas Boyle & Partner AG, Zürich

 

Kanzleistrasse 72, Mehrfamilienhaus, Zürich 1994–2004

1994 war unsere Analyse des Zürcher Wohnungsmarktes:

Der Wohnungsmarkt befriedigt vorwiegend traditionelle Wohnbedürfnisse, die nur noch zum Teil den aktuellen gesellschaftlichen Verhältnissen und Ansprüchen gerecht werden. Konkret treten immer mehr verschiedene Nutzergruppen auf: Singles, Alleinerziehende, Alters-, Studenten-, Therapie-WGs, Grosshaushalte, usw. All diese Mieter oder Käufer müssen in der Regel für Wohnungen, die sie weder wollen noch brauchen können, einen grossen Teil ihres Einkommens auslegen.

Dagegen stand 1994 unsere Vision vom Wohnen:

  • Wir wollen Eigentümer, bzw. langfristige Mieter unseres Wohnraums werden;
  • Wir wollen in einem städtischen Umfeld leben;
  • Wir wollen möglichst viel von unserem Wohnraum selber gestalten;
  • Die Wohnung soll anpassungsfähig sein – an die Anzahl Bewohner, den Ausbaustandard, die Wohnform und vor allem an die finanziellen Möglichkeiten.

Im Zürcher Kreis 4 an der Kanzleistrasse stiessen wir auf ein unternutztes Grundstück, das dem KVZ gehörte. Diese Baulücke sollte nach unseren Vorstellungen mit flexiblen Wohnungen bebaut und maximal ausgenutzt werden.

Im Jahre 2000 wurde die Parzelle und unser Projekt von der Stiftung PWG übernommen. Das Projekt wurde im Februar 2004 fertig gestellt. Dabei wurden drei Grundrisstypen, die auf die Bedürfnisse der PWG zugeschnitten sind, eingebaut. Der flexible Grundtyp bleibt aber im Kern erhalten und lässt in Zukunft verschiedenste Optionen für Umbauten in allen Etagen offen.

Hohlstrasse 149, Wohnhaus in 8004 Zürich 2001/2004

Der Neubau liegt an prominenter Lage am Kopfende des Erismannhofes. Zwei sehr unterschiedliche Seiten prägen die Situation: eine ruhige Süd- und Hofseite einerseits und eine lärmbelastete Nord- und Strassenseite. Beide verfügen sie jedoch über weitläufige einmalige Ausblicke. Diese zwei Seiten fliessen in das Grundrisskonzept ein. Grosse “bildhafte” Fenster rahmen in einer nördlichen Raumschicht den Ausblick über das Gleisfeld, während die südliche Raumschicht mittels französischer Fenster die Sicht über den Hofraum auf den Uetliberg hin öffnet. Eine mittlere Zone nimmt die Nasszellen und das Treppenhaus auf. In einem Grundausbau wird ein offner um die Kerne fliessender und frei unterteilbarer Raum angeboten.
Eine zweigeschossige Eingangshalle unterstreicht das Besondere des Hauses. Ein anschliessendes Mezzaningeschoss kann unterschiedlich genutzt werden (zusätzliche Zimmer, Ateliers, Büros). In den oberen Geschossen liegen je zwei Wohnungen. Eine grosse Dachwohnung schliesst schliesslich das Gebäude ab. Die Parkierung liegt im Erdgeschoss in einer Einstellhalle, die mit dem Hofraum zusammen von der Hausgemeinschaft genutzt werden kann.

Hohlstrasse 163, Wohn- und Geschäftshaus, 8004 Zürich

Die Hohlstrasse ist eine der meistbefahrenen Stadtstrassen Zürichs. Die Lärmbelastung ist beträchtlich. Im Gegensatz dazu ist die Erismannstrasse eine ruhige Quartierstrasse. Die Nachbarschaft wird durch die städtische Siedlung Erismannhof, zahlreiche grosse Genossenschaftshöfe aus der Zwischenkriegszeit und der Casa d‘Italia, dem italienischen Kulturzentrum, gebildet.

Es wird ein Neubau vorgeschlagen, der sich von der lauten Hohlstrasse abwendet und sich gegen den ruhigen Hof öffnet. Dazu wird an der Innenecke die Fassadenabwicklung vergrössert, um für alle Räume eine möglichst optimale Licht- und Belüftungssituation zu schaffen. Alle Räume erhalten so Anstoss an den Hof. Das Erdgeschoss eignet sich als Laden oder Büro. Pro Obergeschoss sind zwei mittelgrosse Wohnungen möglich, im Dachgeschoss Studios oder, in Verbindung mit dem 4. Obergeschoss, Duplexwohnungen.

Aufstockung Langstrasse, Projektstudie 1994

Auf dem Eckgebäude Lang-/Kanzleistrasse besteht eine Ausnützungsreserve, die durch eine Aufstockung realisiert werden soll.

Die bestehende Bausubstanz soll für die Aufstockung möglichst unverändert bleiben. Die Logik der bestehenden Grundrisse wird nach oben weiter geführt. Gestalterisch wird die Aufstockung zu einem neuen, städtischen Mansardendach, das sich als leuchtender Kristall über dem bestehendem Gesimse präsentiert.

Bolleystrasse, Mehrfamilienhaus, 8006 Zürich

Über einem nicht mehr gebrauchten Wasserreservoir der Stadt Zürich sollte ein neues Wohnhaus geplant werden. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, den fantastischen Raum des Reservoirs zu erhalten und jede Wohnung daran Teil haben zu lassen sowie jeder Wohnung einen Gartenzugang und die Aussicht von der Dachterrasse auf den Zürichsee zu ermöglichen.
So sind sieben Reihenhauswohnungen entstanden, die auf fünf Geschossen immer aus denselben Modulen bestehen. Je nach Haus sind die Module anders angeordnet und greifen so zu einem kompakten Baukörper ineinander

Schwimmbadstrasse Kloten, Renovation und Aufstockung eines Wohnblocks 2005

Die Auftraggeberin verlangte nach einem Konzept für eine Gesamtrenovation der Liegenschaft unter Einbezug der möglichen Zusatzausnutzung im Dachgeschoss.
Unser Konzept schlägt vor, das charakteristische Satteldach nicht ganz durch ein Attikageschoss zu ersetzen, sondern weiter zu entwickeln. Dadurch entsteht ein expressives Gebäude, das den Dachraum optimal ausnützt.

Roggenstrasse Zürich, Aufstockung und Verdichtung eines Industriegebäudes 1995

Das zweigeschossige Gebäude an der Roggenstrasse 5 bietet ein grosses Verdichtungspotential. Vorgeschlagen wird, das bestehende Gebäude als Schulhaus für die angrenzende Gewerbeschule weiter zu nutzen. Die darüber liegende Aufstockung soll als Holzskelettbau erstellt werden und kann flexibel mit Büros oder Wohnungen ausgebaut werden. Zusammen mit einem seitlichen Wohnneubau entsteht ein quartiertypisches, vielfältiges Gebäudekonglomerat.

Neumünsterallee, Stadtvilla an der Neumünsterallee 18 in 8008 Zürich 1997/1998

Die Parzellen links und rechts der idyllischen Neumünsterallee müssen als Teil eines grösseren Villen-Gebiets gesehen werden, das sich insbesondere Richtung See weit über die Zollikerstrasse hinaus erstreckt und dort bedeutende Denkmäler wie die Villa Bleuler oder den Seeburgpark miteinschliesst. Es bietet sich über die Grundstücksgrenzen hinweg der Eindruck einer zusammenhängenden Parklandschaft mit – mehr oder weniger – herrschaftlichen Stadtvillen.

Das Grundstück Neumünsterallee 12/14 gehört in dieser Umgebung zu den grösseren Parzellen, so dass sich zwischen dem Haus 12 und dem Nachbarn Nummer 16 in der Abfolge der Häuser entlang der Allee eine Lücke auftut, die heute durch ein Garagengebäude und einen Gemüsegarten eingenommen wird. Der Gemüsegarten mit der Remise bildet ein Plateau, das vorne gegen den Park durch ein Mäuerchen, gegen die Villa durch eine Hecke und einen Geländesprung begrenzt wird.

Mit dem auf diesem Plateau geplanten Gebäude wird die Reihe der Villen an der Neumünsterallee ergänzt. Wir haben versucht, die für uns zentralsten Elemente der bestehenden städtebaulichen Struktur in unser Projekt einfliessen zu lassen, so die Position der Häuser unmittelbar auf der Baulinie entlang der Neumünsterallee, ein gegliederter, skulpturaler Baukörper und der seitlich angeordnete Zugang zum Haus über eine gekieste Vorfahrt. Anders als unsere Vorfahren um die Jahrhundertwende mussten (oder durften) wir uns mit einer bereits gewachsenen Parklandschaft auseinandersetzen. Ein wichtiger Aspekt während des Entwurfs war deshalb der Bezug zur bestehenden Bepflanzung des Gartens, insbesondere zu der sehr dominanten Hängebuche genau vor dem Neubau. Alle Wohnungen spielen mit diesem Baum, indem sie Ausblicke sowohl in die Gartenräume links wie rechts von der Buche lenken oder gar unter ihr hindurch wie in der Erdgeschosswohnung. Auch die von der Neumünsterallee zur Zollikerstrasse sanft abfallende Topografie floss in unser Projekt mit ein. Anders als etwa bei der Villa Stockar (Neumünsterallee 12), die durch einen mächtigen Sockel und einen Kiesstreiffen sich klar vom Garten abhebt, passt sich unser Projekt insbesondere im Schnitt dem Terrain an und versucht so auch im Inneren die Parklandschaft spürbar zu machen. Von ihren klassizistischen Nachbarhäusern unterscheidet sich unsere Villa auch durch ihre fliessende innere Raumaufteilung. Die Wohnungen entwickeln sich nicht in erster Linie um einen Zentralraum, sondern sind in Raumschichten gedacht, die sich sowohl gegen den Garten immer weiter öffnen – durch zunehmende Raumhöhen wie auch durch grössere und zahlreichere Fenster – wie auch im Innern Durchblicke und Bezüge herstellen.

Ilgenstrasse, Projektstudie, Zürich 1996

Studie für einen Ersatzneubau in Zürich-Hottingen. Es sollen grössere Wohnungen im gehobenen Standard realisiert werden. Die Räume sollen im Rohbauzustand angeboten werden; dem späteren Käufer bleiben im Innenausbau grosse Freiheiten.