Thema: Urbanes Wohnen

Küngenmatt, Studienauftrag 2021

Im Kontext der durchgrünten Gartenstadt der Nachkriegszeit sollen die drei bestehenden Wohnhäuser durch Neubauten ersetzt werden. Erlaubt ist heute eine wesentlich höhere Dichte. Die Birmensdorferstrasse stellt eine grosse  Lärmimmissionsquelle dar, ein spezieller Gebäudetyp mit tiefen Grundrissen vermag das Problem auf qualitativ hochwertige Art und Weise zu lösen und schirmt den Hof vom Lärm ab.
In den beiden Querhäusern auf dem rückwärtigen Teil der Parzelle sind Wohnungen angeordnet, die sich ebenfalls von Fassade zu Fassade erstrecken und so vielfältige Raumbezüge zwischen Innen und Aussen schaffen.

Stadthaus Feldblume, Neubau mit 5 Wohnungen ab 2019

Der Ersatzneubau umfasst 5 Wohnungen, einen Raum auf dem Dach sowie ein Untergeschoss und soll als Mehrgenerationen-Haus bewohnt werden.
Der Grundriss des Hauses folgt konsequent dem Sonnenlauf. Die Etagenwohnungen öffnen sich in den Gebäudeecken zur Morgen-, Mittag- und Abendsonne. Alle den Fenstern zugehörigen Bauteile, wie Geländer, Storen- und Markisenkästen, aber auch die Balkone, entwickeln sich aus diesen Fensteröffnungen heraus und sind im selben Farbton gehalten. Im Kontrast zu diesen Fensteröffnungen sind die geschlossenen Wandflächen mit einer hellen Welleternit-Platte verkleidet, die dem Haus eine Leichtigkeit verleihen. Nach oben hin wird das Volumen durch ein sich zurückstaffelnder Dachraum abgeschlossen.
Gesamthaft entsteht ein Solitär, der auf alle Seiten differenziert reagiert und räumliche Verbindungen mit der Umgebung eingeht.

Köchlistrasse, Wettbewerb 2019, 3. Preis

Die Quartiererhaltunszone, mit ihrer „mehrheitlich geschlossenen Bauweise von hoher Dichte des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts mit prägnanten Strassenräumen“ (BZO) zeigt sich an der Köchlistrasse mit ihrer Bebauung der 60er bis 80er-Jahre von ihrer heterogensten Seite. Das Fragmentarische, insbesondere in der unmittelbaren Nachbarschaft der Köchlistrasse 5/7 macht derweil die Qualität der schmalen Wohnstrasse aus; sie stellt geradezu eine Antithese zu rein neoklassizistischen Interpretationen des Themas Hofrandbebauung dar.

Der Entwurf setzt an diesem Punkt an: Die Grundstruktur basiert auf einem Raster, das an die klassizistische Typologie erinnert, wobei die Strenge des traditionellen Grundrisses aufgebrochen wird. Eine durchlässige Schotenstruktur erlaubt die verschiedensten Bezüge sowohl in Querrichtung wie auch zwischen Hof und Strasse und ermöglicht vielfältige Grundrissvarianten.

Hunzikerei, Wohn- und Gewerbeüberbauung, 2018

Die Bauherrin möchte ihren traditionsreichen Malerbetrieb in neuen Räumlichkeiten unterbringen und gleichzeitig ihre Grundstücke im Langstrassenquartier Zürichs mit Wohnungen verdichten.

Verlangt war eine Blockrandbebauung mit Gewerbe im Erd- und Untergeschoss (das erlaubte Maximum) und modernen Stadtwohnungen in den Obergeschossen. Der Hof soll weitgehend als Umschlagplatz für den Malerbetrieb dienen. Die Gewerbegeschosse sollen möglichst flexibel nutz- und veränderbar sein. Die Anforderungen an die „Quartiererhaltungszone“, die Gründerzeitquartiere Zürichs schützen und weiter entwickeln will, müssen erfüllt werden.

Unser Vorschlag baut auf einem Holzskelett auf, das auch in den Wohngeschossen eine Vielfalt von kompakten Wohnungen erlaubt. Der Bandraster erlaubt trotz seiner Strenge verschieden breite Zimmer und eine grosse Vielfalt an Raumkonstellationen.
Die Holzkonstruktion wird an der Strassenfassade ebenfalls thematisiert und durch eine polychrome Farbgestaltung angereichert. Es handelt sich so um den Versuch die Gründerzeitarchitektur der Umgebung auf differenzierte und durchaus üppige Art und Weise weiterzuentwickeln. Sowohl der tektonische Aufbau wie auch die Bildsprache werden Aufgenommen.

Stampfenbachstrasse, Studie Umbau und Sanierung 2018

Das repräsentative Stadthaus aus dem Jahre 1900 enthält Gastronomie im Erdgeschoss, darüber drei Bürogeschosse und bis und mit Dachräume zwei Wohngeschosse. Das Haus soll aussen wie innen total renoviert werden. Die Dachräume können zusätzlich mit Wohnungen ausgebaut werden. Denkmalpflegerische Aspekte spielen eine wichtige Rolle.

Nadelband, Ideen-/Projektwettbewerb 2018

Mit dem Bau der Limmattalbahn wird die Zürcherstrasse zur wichtigsten urbanen Achse des boomenden Limmattals. Die Stadt Dietikon hat ein Leitbild entwickelt, dass dieser Tatsache mit einer dichten Bebauung entlang der Zürcherstrasse Rechnung trägt.
Im Wettbewerb war ein Entwicklungsvorschlag für das ganze Areal (Zeitraum 20 Jahre), das einer heterogenen Besitzerschaft gehört, gefragt (Ideenperimeter). Für die südwestliche Ecke sollte ein konkretes Projekt vorgeschlagen werden, das in den nächsten fünf Jahren realisiert werden soll (Projektperimeter).

Unser Bebauungsvorschlag für den Ideenperimeter lehnt sich eng an das Leitbild an, das mit der Vision der hoch verdichteten,  sehr urban ausgestalteten Zürcherstrasse ein starke Grundlage bildet. Wir sind der Meinung, das die Vision eine heterogene, pragmatische Bebauung zulässt, die sich an der klassischen Stadt orientiert und auf der Idee von verschiedenartigen Hauseinheiten aufbaut.
Die Klammer über das ganze Areal bilden die Aussenräume: es wird ein Geflecht von verschieden ausgestalteten und bespielbaren Höfen, die teilweise Fragmente der bestehenden Bebauung miteinbeziehen, vorgeschlagen .

Im Projektperimeter schlagen wir drei leicht unterschiedlich hohe und tiefe modulare Holzbauten vor. Auf einem standartisierten Grundraster lassen sich verschiedene Typologien realisieren.

Obere Allmend – Manegg, Wohn- und Gewerbeüberbauung, Studienewettbewerb 1. Preis, ab 2017

In der Manegg, einem ehemaligen Industrieareal im Süden der Stadt Zürich, soll ein durchmischtes Stadtquartier nach den Kriterien der 2000-watt-Gesellschaft neu erstellt werden.

Auf dem letzten noch unbeplanten, schmalen Grundstück am Nordende des Areals war eine hochdichte Wohnüberbauung mit Gewerbeanteil im Erdgeschoss erwünscht. Die Überbauung ist einerseits dem Lärm der stark befahrenen Sihltalstrasse ausgesetzt, profitiert auf der Westseite dafür von der Lage direkt am Fluss.
Die Aufteilung in vier Gebäudekörper schafft einen städtebaulichen Rhythmus und Hauseinheiten, die sich an der Massstäblichkeit der anderen Bebauungen orientieren. Über einem massiven Sockel liegen acht Wohngeschosse, die sich mit der Landschaft verzahnen und trotz ihrer Grösse eine Leichtigkeit ausstrahlen sollen.

Manegg Mitte, Studienauftrag 2015

WOHNEN AN DEN SIHLAUEN

Unsere Überbauung nimmt die vorhandene und zukünftige Maßstäblichkeit der Nachbargebäude auf und wird, als Ort mit eigener Atmosphäre, Teil des neuen Quartiers. Drei Häuser bilden ein städtebauliches Ensemble, das in der Auenlandschaft einen weiten, grosszügigen Hofraum ausspart, an dem alle Wohnungen Anteil haben. Das bestehende GDZ Gebäude fügt sich dabei auf selbstverständliche Art und Weise in diese Figur. Das BEP Gebäude orientiert sich auf den ruhigen Hofraum und schliesst diesen zur Strasse hin ab. Das Steiner Haus schliesslich, knickt im Süden leicht aus und ermöglicht so im Norden und Süden eine Öffnung des Aussenraumes zu den benachbarten Grundstücken hin. Auf der Flussseite erfährt der Auenraum durch diesen Knick eine Ausweitung. Ein Wegnetz durchzieht den Hofraum und bindet diesen an den Flussraum, an die seitlichen Stichstrassen und über die Hauptstrasse an die S- Bahn Station an. Dieses Wegnetz schafft, zusammen mit der Landschaftsgestaltung, eine Verbindung zwischen den beteiligten Bauherrschaften, wobei sich Teile der Aussenräume klar den jeweiligen Bauträgern zuordnen lassen. Die Tiefgarage wird seitlich und diskret über eine Einfahrt im GDZ Gebäude erschlossen.

Das langgezogene Gebäude (Steiner AG) bietet allen Wohnungen einen weiten, gleichwertigen Ausblick in den Flussraum und auf der anderen Seite in den Hofraum. Im Erdgeschoss führt die Erschliessung hofseitig entlang den Nebenräumen zu den zweigeschossigen Eingängen. Auf der Flussseite finden sich die Duplexwohnungen, die im ersten Obergeschoss wiederum an beiden Aussenräumen Anteil haben. Die Geschosswohnungen spannen sich zwischen den beidseitigen Balkonen auf und zeichnen sich durch einen fliessenden Innenraum aus, der interessante räumliche Bezüge über die gesamte Tiefe des Grundrisses zulässt und je nach Bewohnerschaft verschieden interpretiert (geplant) werden kann. Das Gebäude zeichnet sich im Innern durch eine sehr einfache, sich wiederholende, Baustruktur aus, die im Äussern von einem umlaufenden und gewellten Brüstungsband gefasst wird. Mit wenigen wiederkehrenden Bauteilen wird eine Fassade mit starkem Ausdruck und angenehmer Ausstrahlung gesucht.

Die BEP Wohnungen orientieren sich alle auf den ruhigen Hofraum. Durch die auenartige Gestaltung dieses Aussenraumes haben sie indirekt Anteil am Flussraum. Die Erschliessung des Gebäudes erfolgt strassenseitig, wobei die Treppenhäuser auch am Hofraum angeschlossen sind. Im Erdgeschoss finden sich die Gewerbe-, Atelier- und Nebenräume, die eine flexible Einteilung zulassen. Im Durchgang zwischen BEP- und GDZ- Gebäude und im Übergang zum Quartier befindet sich der Gemeinschaftsraum. Die BEP Wohnungen sind kompakt geschnitten und achten auf eine gute Möblierbarkeit. Zwischen den Individualzimmern spannt sich der Hauptraum mit Küche und Wohnzimmer von Fassade zu Fassade auf. Dieser Raum wird durch Verengungen und Weitungen räumlich gegliedert. Die eingeschobenen Balkone ergeben auch in den kleinsten Grundrissen interessante räumliche Beziehungen. Auch dieses Gebäude weist eine einfache Baustruktur auf, die von einem Brüstungsband zusammengehalten wird. Dieses Band verläuft jedoch, in Unterscheidung zu dem Steiner Gebäude, ohne Wellenbewegung um das Gebäude, hält aber die beiden Gebäude über den Hofraum hinweg zusammen.

Bankstrasse Uster, Neubau Wohn- und Geschäftshaus 2015

Am Bahnhofslatz von User sollen zwei Altbauten durch ein gemischtes Wohn- und Geschäftshaus ersetzt werden. Die hybride Nutzung auf engstem Raum ist komplex: Im Untergeschoss wird die Tiefgarage der Nachbarüberbauung erweitert, im Erdgeschoss sollen sich Läden und Gastronomie einmieten, darüber zwei Büro- und drei Wohngeschosse. Die Ausnutzung soll maximiert werden.

Der Entwurf reagiert auf die heterogene und im Gewerbebereich noch offene Nutzung mit einer neutralen Struktur, die auf den Geschossen verschieden bespielt werden kann und den Innenräumen einen starken architektonischen Ausdruck verleiht.
Die strukturelle Ordnung wird auch zum Fassadenthema. Der tektonische Ausdruck verweist auf die Konstruktion des Gebäudes und schafft eine formale Verbindung zur klassizistischen, unter Schutz stehenden, Nachbarliegenschaft.

Geistlich-Areal, Schlieren Baufeld B2.1, Studienauftrag 2014

An der Brandstrasse präsentiert sich das Haus als ein über einem klassischen Betonsockel gestappelter Körper, der sich mit seinen Terrassen, Veranden und Balkone Richtung Park immer mehr mit der urbanen Natur verzahnt. Jede Fassade erhält durch Vor- und Rücksprünge eine eigene reliefartige Qualität – stärker gegen den Park und den Hof, subtiler gegen die Brandstrasse, wo die Fassade in flachem Winkel und durch zwei Reihen Alleebäume gefiltert wahrgenommen wird. Der helle Backstein zusammen mit dem Beton erinnert an die industrielle Geschichte des Ortes. Er verschafft dem massiven Haus aber auch eine menschliche Masstäblichkeit und eine wohltuende Handwerklichkeit.

Die Bewohner gelangen über eine einzige Adresse in Form eines monumentalen Zugangs, der zum zentralen Hof führt, zu ihren Wohnungen und Ateliers. Der Hof ist nicht nur Erschliessungszone sondern Visitenkarte, Brenn- und Treffpunkt sowie der ruhigere Gegenpart zum öffentlichen Rietpark. Er ist auf den ersten zwei Geschossen allseitig gefasst, ab dem zweiten Obergeschoss öffnet er sich gegen Süden und wirkt dadurch hell und offen.

Die Gewerberäume schaffen entlang der Brandstrasse und entlang dem östlichen Durchgang zum Rietpark eine urbane Öffentlichkeit. Je nach interner Organisation und Nutzung werden sie direkt von der Strasse oder aber aber auch über den Hof erschlossen – etwa als Büro-/Atelier-Ergänzungen zu den Wohnungen. Durch die grossen zusammenhängenden, auf einer Ebene liegenden, Räume sind alle möglichen Formen und Grössen von Gewerbe denkbar.

Der grossen Vielfalt an Wohnungstypologien gemeinsam ist ihr direkter Bezug über einen Balkon oder über eine Loggia zum Park und zur Sonne. Der grösste Teil der Wohnungen ist zweiseitig orientiert. Bei allen Wohnungen bildet ein Wohn-/Essraum mit Küche das Zentrum. In den Best-Ager-Wohnungen lässt sich der Wohnraum über eine Schiebetüre zu einer fliessenden Wohnlandschaft erweitern. Bei den Familienwohungen kann ein Zimmer über eine ansonsten abschliessbare Doppelflügeltür mit dem Wohnbereich verbunden werden und innerhalb der Wohnung ein zusätzlicher Querbezug geschaffen werden. Neben den Standardflats verfügt das Haus über rund zehn Prozent spezielle Wohnungen: Auf der Südseite des Hofs wechselt sich im ersten und zweiten Geschoss ein Hoftyp mit einem Maisonnettetyp ab. Im Erdgeschoss entlang des Parks werden Atelierwohnungen angeboten; sie werden vom öffentlichen Park durch eine Loggia getrennt; hofseitig sorgt eine sich gegen die Fassade verdichtende Bepflanzung über die nötige Privatheit.